Literatur

Fachliche Literatur

 
 

Literaturempfehlungen
von Katharina Rizza

 

Eva Masel: Gut gelaufen. Schöne Tode und wie wir selbst besser sterben können. edition-a 2023

Der Abschied von dieser Welt kann auf wundervolle Weise gelingen. Eva Masel hat das oft genug erlebt. Die Leiterin der Palliativmedizin am Wiener Allgemeinen Krankenhaus erzählt berührend von Liebe, Hoffnung, Vergebung und Dankbarkeit in letzten Stunden. Sie zeigt sensibel, warum Sterben Teil des Lebens ist und gibt uns Hinweise für unseren eigenen Abschied und den der Menschen, die uns wichtig sind.

 

Katharina Rizza: Verluste und Trauer würdigen. Impulse für die pflegerische Praxis.
Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2022

Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust und kein Krankheitssymptom, das gelindert oder „weggemacht“ werden kann. Der Weg zur Verlustbearbeitung geht durch die Trauer hindurch. Pflegende, die trauernde Kranke wahrnehmen und würdigen, können deren Trauerprozess fördern und den inneren Wachstums- und Heilungsprozess unterstützen.

 

Monika Müller: Dem Sterben Leben geben. Die Begleitung sterbender und trauernder Menschen als spiritueller Weg. Gütersloher Verlagshaus, 2018.

»Tiefe, menschliche Einsichten, die jedem offenstehen.« (Monika Müller)

In der Begleitung sterbender und trauernder Menschen entwickelt sich eine besondere Form der Spiritualität. Der Begleitende begibt sich in einen intensiven persönlichen Prozess. Wenn trennende Grenzen verschwinden, ein gegenseitiges »Sich öffnen« geschieht, werden Erlebnisse möglich, die außerhalb aller Alltagserfahrungen liegen. Monika Müller erzählt und reflektiert eine Vielzahl selbst erlebter Beispiele und spürt dem nach, was trägt, wenn uns »das Unausweichliche« trifft. 


Gian Domenico Borasio: Über das Sterben, dtv 2013

In seinem Buch beschreibt der Palliativmediziner Borasio, was wir heute über das Sterben wissen und welche Mittel und Möglichkeiten wir haben, unsere Angst vor dem Tod zu verringern und uns auf das Lebensende vorzubereiten. Dabei geht er auf viele Themen ein, die uns auf dem Weg dorthin beschäftigen: Was bewirken Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in der Praxis? Was versteht man unter aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe? Was leisten ambulante Hospizdienste? Was geschieht auf einer Palliativstation? Welche Rolle spielen Meditation und Spiritualität? Gian Domenico Borasio beantwortet diese und viele andere Fragen so kompetent wie empathisch und ermöglicht uns so einen guten Zugang zum Tabuthema Tod.


 

Gian Domenico Borasio: selbst bestimmt sterben, dtv 2016

Wie kann man sich auf die letzte Lebensphase so vorbereiten, dass sie den eigenen Wünschen entspricht? In diesem Buch schildert Borasio, worauf es auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Lebensende wirklich ankommt, und plädiert für eine »hörende Medizin«, die sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen statt nach ökonomischen Gesichtspunkten richtet. 


Claudia Bausewein: Sterben ohne Angst: Was Palliativmedizin leisten kann, Kösel 2015

Die Angst vor dem Sterben hat meist mit Vorstellungen von Schmerzen, Einsamkeit und Leid zu tun. Dabei kann mithilfe der modernen Palliativmedizin Sterben heute in nahezu jeder Hinsicht als friedlicher Abschied gestaltet werden. Claudia Bausewein erklärt die medizinische Dimension der Palliativversorgung und geht auf existenzielle Fragen ein, die Sterbende bedrängend erleben. Denn ein gutes Lebensende hat nicht nur mit Medikamenten zu tun.


Stein Husebø: Leben lohnt sich immer. Von aktiver Sterbehilfe zur Hilfe zum Leben – ein Arzt erzählt. Herder, 2002

Ein Plädoyer für die Wärme und Menschlichkeit anstelle schneller "Lösungen". Der anerkannte norwegische Palliativmediziner Stein Husebø erzählt von seiner Freundschaft zu Vidar Linga, einem schwer kranken Patienten. Vidars Mut und Kraft, sein Humor und seine Leidenschaft für das Leben verändern Husebø und er wird zum Vorkämpfer für die Würde schwer kranker und sterbender Menschen.


 

H. Christof Müller-Busch. Abschied braucht Zeit: Palliativmedizin und Ethik des Sterbens, 2012

Abends friedlich einschlummern und im Schlaf sanft hinübergleiten. So stellen sich viele von uns einen guten Tod vor. Für schwerkranke Menschen, deren Lebenszeit begrenzt ist, sind dagegen oft andere Dinge wichtig: ausreichend Zeit für den Abschied, keine Schmerzen zu spüren und dem Tod ohne Furcht begegnen zu können.
Die Palliativmedizin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität ihrer Patienten in ihrer letzten Lebenszeit zu fördern und ihnen so die Möglichkeit zu geben, in Würde zu sterben. Dabei geht es ihr nicht nur um Schmerztherapie und Angstlinderung, um Trost und Beistand für die Sterbenden und ihre Angehörigen, sondern auch darum, dem Tod Raum und Zeit zu geben, seinen Moment zuzulassen.

Kann man trotz schwerer Krankheit in Würde sterben? H. Christof Müller-Busch, einer der bekanntesten Palliativmediziner Deutschlands, ist davon überzeugt: Man kann. Sein Buch ist ein hochreflektierter und sehr persönlicher Bericht über den Umgang mit Krankheit und Sterben, ein Plädoyer für einen guten, einen würdigen Tod.