ÜBer uns

Unterstützung von Projekten der Palliativstation im LKH Hohenems

 
 

So helfen wir

Durch unbürokratische Unterstützung ermöglicht es der Verein, dass Anschaffungen auf der Palliativstation verwirklicht werden können,  die in einem normalen Krankenhausbudget keinen Platz finden, aber maßgeblich zum Wohlbefinden und zur Verbesserung der Lebens- und Betreuungsqualität der Patient*innen beitragen. Beispiele betreffen z.B. die Gestaltung der Gesamtatmosphäre, Projekte der Musiktherapie und Gedenkfeiern.

 
die Terrasse.jpg

Die Palliativstation im LKH Hohenems versucht eine wohnliche Atmosphäre zu vermitteln, in deren Dekoration sich der Lauf der Jahreszeiten widerspiegelt. Damit unterscheidet sich die Palliativstation sehr wesentlich von anderen Abteilungen der Landeskrankenhäuser. Diese spezielle Umgebung wird von schwerkranken Patient*innen und ihren Angehörigen ganz besonders wahrgenommen und geschätzt.

Weitere Projekte betreffen die Öffentlichkeitsarbeit. Krankheit und Sterben werden immer mehr an den Rand der Gesellschaft  gedrängt, Palliativarbeit wird sehr oft als reine Sterbebegleitung gesehen. Es ist deshalb von großem Interesse, durch Fachvorträge, Exkursionen auf die Station aber auch kulturelle Veranstaltung die Hemmschwelle vor einer Palliative Care Betreuung abzubauen.

So fand z.B. 2019 ein solches Projekt statt, welches unter dem Motto „Ein Fest des Lebens“ stand. Eingeladen waren Angehörige von Patient*innen, die auf der Palliativstation verstorben sind, aber auch Freunde der Station und Musikliebhaber, um gemeinsam einen stimmungsvollen Abend zu verbringen.

Auch zu den „runden Jubiläen“ der Palliativstation gibt es meist öffentliche Vorträge, Konzerte und Kulturprojekte die vom Palliativverein unterstützt werden.

 

Über die Palliativstation

 
 

Die Eröffnung der Palliativstation  am LKH Hohenems im Jahre 2003 stellte einen Meilenstein in der Palliativentwicklung des Landes Vorarlberg dar. Ziel ist es schwerkranke Patient*innen zu begleiten, ihre Schmerzen und sonstige Symptome zu lindern und ihnen eine bestmögliche Lebensqualität zu vermitteln.

Auch wenn der Großteil der Patient*innen an unheilbaren Krebserkrankungen leidet, so werden auch Menschen mit fortgeschrittenen Herz-, Lungen-, Leber- und Nierenerkrankungen sowie neurologischen Diagnosen (ALS, MS, Mb Parkinson etc.) behandelt.

 
Palliativstation+LKH+Hohenems

Daten und Fakten

  • 2003: Eröffnung der Palliativstation im LKH Hohenems (zunächst 6 Betten, im Laufe des Jahres Aufstockung auf die geplanten 10 Betten)

  • 2008: Mobiles Palliativ Team Vorarlberg (Kooperation Hospiz-Vorarlberg und Palliativstation Hohenems

  • 2018: Umfassende Renovierung und Aufstockung auf 16 Betten (8 EZ, 4 DZ)

  • Ärztliche Betreuung rund um die Uhr (als Teil der Internen Abteilung, 24 h Facharzt Verfügbarkeit)

  • Ca 350 Patienten*Innen/Jahr werden betreut

  • Durchschnittliche Liegedauer: 15 Tage

 

Die Palliativmedizin am Standort Hohenems hat sich seit ihrem Bestehen zu einem Schwerpunkt und Spezialgebiet entwickelt, wo schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen aus dem ganzen Land unterstützt und begleitet werden.

Der gute Ruf der Abteilung und die außerordentlich hohe Patientenzufriedenheit sind auf ein ganzheitliches Betreuungskonzept zurückzuführen: der Mensch steht  mit seinen körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen  im Mittelpunkt. Ein interprofessionelles Team bestehend aus Pflegepersonen und Ärzt*innen mit spezieller Palliativausbildung, Seelsorge, Sozialarbeit, Psychotherapie, Physiotherapie, Diätologie und Musiktherapie bietet hochprofessionelle und zugleich menschliche Begleitung.

Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Hospizbewegung unterstützen dabei das Team der Palliativstation des LKH Hohenems.

 

Aufgabenbereiche

 

Oft bezeichnet man die Palliativstation im Volksmund als reine „Sterbestation“, dabei werden jedoch wesentliche Aufgabenbereiche übersehen:  

1. Rehabilitation: Den Patient*innen wird durch eine ganzheitliche Betreuung die Wiedereingliederung in den Alltag zuhause ermöglicht. Das Behandlungsspektrum reicht von Infusionstherapien und Schmerzpumpen, über Ernährungsberatung, Physiotherapie hin zu psychotherapeutischer Begleitung und Musiktherapie.

2. Symptomkontrolle: Durch die gute Einstellung von Schmerzen, Linderung der Atemnot und anderer Beschwerden wird die Lebensqualität verbessert. Auch hier ist oft eine Entlassung nach Hause möglich.

3. Terminale Begleitung: Darunter versteht man die Begleitung in der letzten Lebensphase. Ein schmerzfreies Sterben, Geborgenheit und der Erhalt der Würde bis zuletzt sind hier wesentliche Punkte.

 
 

Häufig gestellte Fragen

    • Begleitung von Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung (v.a. Krebspatient*innen, aber auch Menschen mit schweren, weit fortgeschrittenen Herz-Lungenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Leberzirrhose oder neurologischen Diagnosen)

    • Gute Schmerzbehandlung sowie Linderung von Symptomen wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Angst und Unruhe etc.

    • Ganzheitlicher Behandlungsansatz: Der gesamte Mensch mit seinen körperlichen, seelischen und psychosozialen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt, Schlagwort „bestmögliche Lebensqualität“

    • Unterstützung von Angehörigen

    • Palliativbegleitung ist nicht gleichzusetzen mit Sterbebegleitung, sondern beginnt oft schon bei Diagnosestellung einer unheilbaren Erkrankung (im Unterschied dazu versteht man unter einer Hospizbegleitung wirklich nur die letzten Lebenswochen oder Monate).

    • Definieren der Lebensziele eines Patienten oder einer Patientin und nicht Lebensverlängerung um jeden Preis

    • Vermitteln von Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit: durch ein „wohnliches Ambiente“ mit Cafétischen, Terrasse etc. sowie individueller Gestaltung des Tagesablaufes („der Patient und die Patientin bestimmt, wann er aufsteht, frühstückt etc.“) können erschöpfte PatientInnen wieder Kraft sammeln.

    • Palliativbetreuung ist personalintensiv – so ist der Pflegeschlüssel auf der Palliativstation mit einer Intensivstation vergleichbar!

    • Interdisziplinäres Behandlungsteam: Neben ÄrztInnen und Pflegepersonal gehören PhysiotherapeutInnen, SeelsorgerInnen, PsychotherapeutInnen, eine SozialarbeiterInnen und MusiktherapeutInnen zum Team der Palliativstation, um dem ganzheitlichen Behandlungskonzept zu entsprechen.

    • Das Spektrum der Behandlung reicht von „Rehabilitation“ über „Symptomkontrolle“ bis hin zu einer „Sterbebegleitung“

    • 2/3 der Patienten werden wieder entlassen: In den s.g. „Runden Tisch“-Gesprächen werden Behandlungsziele definiert und gemeinsam mit den Angehörigen die weiteren Betreuungsmöglichkeiten (Entlassung nach Hause, Verlegung in eine Heim oder ins Hospiz) erörtert.

    • „Erhalt der Würde“: auch wenn ein Patient oder eine Patientin selbst nicht mehr in der Lage ist, sich äußern zu können, wird darauf geachtet seinen Willen zu respektieren, seine Intimität zu wahren und ihn würdevoll zu begleiten.

    • Ein wichtiger Aspekt ist auch die Mit-Begleitung der An- und Zugehörigen.

  • Die Palliativstation ist keine Einrichtung für die Dauerpflege (wie z.B. ein Pflegeheim oder die stationäre Hospizstation in Bregenz).

    Ziel ist es, belastende Symptome (Schmerzen, Atemnot o.a.) gut einzustellen und dann in einem Runden Tisch-Gespräch gemeinsam mit den Angehörigen zu überlegen, wie es weitergehen kann.

    Die Palliativstation erfüllt somit eine Art „Drehscheibenfunktion“:

    • Ein Teil der PatientInnen kann nach Hause entlassen werden (Weiterbetreuung durch HausärztIn, Hauskrankenpflege oder Organisation einer 24 h-Pflege).

    • Ein Teil der Patient*innen wird in eine andere stationäre Einrichtung (Pflegeheim, Hospiz) verlegt.

    • Ein Teil der Patienten kann nicht mehr entlassen werden und verstirbt auf der Station.

    Die vorgesehene Liegezeit von Patienten beträgt 2-3 Wochen. Bei entsprechender medizinischer Behandlungsindikation könne schwer kranke Menschen aber auch länger bleiben.

  • Nein. Alle Fachgesellschaften der Onkologie empfehlen eine frühzeitige palliative Betreuung von Menschen mit unheilbaren Krebserkrankungen.

    Palliative Care versteht sich als Ergänzung zur spezialisierten onkologischen Behandlung, d.h. parallel zu Chemotherapien, Bestrahlungen etc. kann und soll eine palliative Begleitung stattfinden, die den Patienten oder die Patientin eine gute Schmerztherapie und ganzheitliche Unterstützung ermöglicht.

    Das rechtzeitige Beiziehen palliativer Expertise gilt aber auch für chronisch kranke Menschen die nicht an Krebs wie z.B. Fortgeschrittene Lungen-, Leber-, Nieren- oder Herz-Krankheiten und neurologische Diagnosen (Mb. Parkinson, ALS, Multiple Sklerose…).

    Oft weisen Ärztinnen ihre Patientinnen erst gegen Lebensende dem mobilen Palliativteam oder der Station zu, und man hört dann den Satz „Hätte ich doch nur früher palliative Hilfe in Anspruch genommen“.

  • Die Palliativstation möchte eine gewisse Wohnlichkeit und Geborgenheit vermitteln, und unterscheidet sich in ihrer Atmosphäre deutlich von den Akutabteilungen. Eine eigene Terrasse ermöglicht auch für schwerkranke Patient*innen den Ausflug ins Freie.

    Die Patient*innen gestalten den Alltag nach den individuellen Bedürfnissen. Das bedeutet, es gibt keine fixen Essenszeiten, die Patienten bestimmen ihren Tagesablauf selbst. Besuche können rund um die Uhr empfangen werden. Es gibt für Angehörige auch die Möglichkeit auf der Station zu übernachten.

    Die Behandlung beinhaltet das klassisch medizinische Repertoire (Infusionen, Punktionen, Schmerzpumpen wenn notwendig etc.), sieht jedoch immer den Mensch in seiner Ganzheitlichkeit im Mittelpunkt, weshalb soziale, spirituelle und seelische Bedürfnisse eine gleich große Bedeutung haben wie die rein körperlichen Beschwerden. Gespräche, das „Dasein“, das „Zuhören“ und „Begleiten“ oder auch die Musiktherapie spielen deshalb eine wesentliche Rolle.

    Auf der Palliativstation kümmert sich ein multiprofessionelles Team um die Patient*innen.

  • Eine Anmeldung für eine Aufnahme in die Palliativstation kann durch den Hausarzt oder die betreuende Krankenhausabteilung erfolgen. Da eine Wartezeit von etwa 1-2 Wochen besteht, ist eine frühzeitige Anmeldung sinnvoll.

    Akutaufnahmen sind nur im Ausnahmefall möglich.

    Für interessierte Patient*innen oder Angehörige besteht auch die Möglichkeit, die Station im Vorfeld bei einem ambulanten Besuch einmal kennen zu lernen.

    Der Aufenthalt auf der Palliativstation ist mit keinen Kosten verbunden (gleich wie im Akutspital).

  • Auf der Palliativstation bleiben Patientinnen durchschnittlich 2-4 Wochen. Hauptziel ist eine gute Symptom-Kontrolle, dafür gibt es eine ärztliche Betreuung rund um die Uhr. Patienten*innen kommen „nicht nur zum Sterben“ auf die Station, viele der betreuten Menschen haben Tumortherapien am Laufen und werden wieder entlassen. Palliativbehandlung ist somit deutlich früher im Krankheitsverlauf anzusetzen (manchmal auch schon mit der Diagnosestellung einer unheilbaren Erkrankung), als die Hospizbetreuung.

    Im Hospiz steht die medizinische Behandlung im Hintergrund. Hier finden Patient*innen ihre letzte Bleibe, weshalb eine Entlassung die Ausnahme darstellt.

    Während der Aufenthalt auf der Palliativstation für die Patient*innen mit keinen Kosten verbunden ist (wie jedes Krankenhausbett), wird im Hospiz ein Tagessatz verrechnet. Die Liegedauer auf der Palliativstation ist jedoch begrenzt, während Menschen in einem Hospiz bis zu 6 Monaten bleiben können.